Revival des Filterkaffees

Revival Filterkaffee

“Milchschaum, Wattepads und Dinkelkeks – der Kaffee hat sich von einer harten Kerledroge zu einem weibischen Urbanquatsch gewandelt, den niemand mehr ernst nimmt. Immer mehr Frühstücksfreunde wenden sich deshalb dem guten alten Filterkaffee zu: Dem Brewed Coffee!” So selbstbewusst titelt das Titanic Magazin in seiner jüngsten Ausgabe von der Trendwende am Kaffeemarkt. Die Titanic – Trüffelschwein und Sartiriker politischer und kultureller Trends – ist der Kaffeekultur schneller auf den Fersen als Tchibo und co. Uns wundert’s nicht – im Gegenteil können wir nur bestätigen: Filterkaffee, so wie wir ihn von Oma kennen, ist DER Trend! Wie man seinen Kaffeekonsum entschleunigt, Bohnen von Hand aufbrüht und mit welchen Gerätschaften das am besten funktioniert, wollen wir Euch jetzt erklären:

1. Caramell Macchiato Super Grande mit Schokoflocken ist OUT!

Die Zeit der großen Coffeeshop-Ketten mit ihren aromatisierten Kaffeegetränken die nicht nur eine Menge kosten, sondern vor allem nach viel, nur nicht nach Kaffee schmecken, ist vorbei! Der Kaffeetrinker möchte wieder Kaffee – was auch nicht weiter verwunderlich ist, finden wir. Denn Kaffee kann viel mehr, als durch zuviel Milch, Sahne und Sirup bis zur Unkenntlichkeit gestreckt werden. Die Titanic umschreibt das so schön, wir könnten es nicht besser: “Wer seinen Kaffee ausschließlich mit Geschmacksverstärkern, jede Menge Süßigkeiten, laufendem Notebook und einer schönen Tasse Tee in der Zweithand genießen kann, outet sich (…) als hoffnungsvoll provinziell.Die hohe Kultur des Türkentrunks, den Starbucks, Balzac und Bäcker Kamps lange Zeit zelebriert haben, entpuppt sich heute als hohler Mummenschanz.”

2. Guter Kaffee muss nicht teuer sein!

Kaffee wird heute zelebriert! Und wenn die Szene schon so weit geht, dann bis zum Äußersten: Da wird keine fancy Jura Kaffeemaschine für 700 Euro angeschafft, denn guter Kaffee muss nicht teuer sein! Ein Handfilter aus Keramik, eine Handmühle, zusammen für nicht mehr als 60 Euro. Dazu ein frisch gerösteter Kaffee, 5 Minuten Zeit und Besinnlichkeit beim Aufbrühen und der Hochgenuss ist da. Die Cafés in Berlin und Hamburg sind hier mal wieder Vorreiter und leben dem Kunden das Prinzip “Brewed Coffee” vor. Vielerorts sieht man neben der teuren Siebträgermaschine bereits eine sogenannte Brew Bar stehen, auf der Handfilter platziert und Kaffee frisch aufgebrüht wird. Der Kunde wartet gerne und schaut staunend zu.

Kaffeeverkostung Green Cup CoffeeAnnika bei der letzten Green Cup Coffee Verkostung: Die Kaffee-Freunde waren vom Filteraufguss begeistert

3. Filterkaffee aufbrühen ist ganz einfach

Zuhause kannst Du Dir in wenigen Schritten den perfekten Kaffee auch ganz einfach selbst aufbrühren. Bitte die Bohnen wenn möglich immer frisch mahlen, denn so ist das Ergebnis noch aromatischer. Und so geht es:

Kaffeezubereitung mit dem Handfilter from Green Cup on Vimeo.

In unserer Kaffeeschule findest Du außerdem noch eine Schritt für Schritt Fotoanleitung mit den genauen Angaben zu Wasser- und Kaffeemehlmenge und eine Checkliste zum Downloaden. Zur Kaffeeschule geht es hier entlang.

4. Das neueste Equipment: Der Drip Decanter von Hario

Hario Drip Decanter

Der Hario Drip Decanter Dekanter ist eine Neuheit des japanischen Herstellers Hario: der bewährte Handfilter V60, die Referenz unter den Handfiltern, wurde in eine elegante Glaskaraffe integriert und sorgt so für etwas Platz im Regal – und einen echten Hingucker. Wir von Green Cup Coffee haben das Glück, die erste Lieferung nach Deutschland in die Finger bekommen zu haben und so können wir euch den Drip Decanter als allererster und aktuell einziger Versandhändler anbieten! Und damit wir wissen, was wir euch anbieten, haben wir ihn ausführlich getestet:

Das Set besteht aus 3 Teilen: Der Karaffe (Decanter), dem Filterhalter, und einer Manschette aus Silikon, damit man sich nicht die Finger verbrennt. Die Kanne ist so schlicht gehalten wie irgend möglich und wartet doch mit Details auf, die zeigen, dass die japanischen Designer mitgedacht haben. Die Silikonmanschette ist angenehm griffig und rutschfest und ist für die Spülmaschine ganz einfach mit einem Knopf zu entfernen. Die unauffällige Tülle kleckert und tropft nicht, egal ob man bedächtig serviert oder auf einen Schwung auskippt. Das wichtigste ist jedoch der vielfältig bewährte Filtereinsatz von Hario: durch geschwungene nach unten verlaufende Rillen soll dafür gesorgt werden, dass sich das Wasser nicht zu lange staut und das Kaffeepulver gleichmäßig extrahiert wird.

So haben wir den Kaffee aufgebrüht:

Zubereitung Drip DecanterEquipment: Eine Handmühle, frisch geröstete Bohnen, aufgekochtes Wasser, eine Kaffeewaage (aber das ist nur Kür) und natürlich der Drip Decanter

Kaffeezubereitung Drip Decanter

  • Filter einsetzen und mit heißem Wasser übergießen (entfernt den Filtergeschmack und wärmt die Kanne)

Kaffeezubereitung Drip Decanter

  • Kaffeepulver in den Filter und gerade soviel Wasser, dass der Kaffee komplett aufquellen kann
  • Wasser langsam einfüllen, Wasserstand ca. 1cm über dem Kaffeepulver halten, bis die erste Rille (250ml) erreicht ist. Dann Filter sofort entfernen und austropfen lassen

Warum wir den Drip Decanter großartig finden:

Der Durchlauf des Kaffees im Drip Decanter ist schneller als bei anderen Filtern. Das schmeckt man auch! Im Kaffee sind kaum Bitterstoffe. Diese lösen sich nämlich erst am Ende des Brühvorgangs. Der Kaffee ist wunderbar klar und aromatisch. Die weichen Hario-Filter und die geschwungenen Rillen leisten hier ganze Arbeit!

Bestellen:

Momentan sind wir der einzige Shop in Deutschland, der den Drip Decanter anbietet. Du bekommst ihn für 39,90€, inklusive 10 Papierfiltern, und zwar hier.

Kommentare

  1. Michael meint:

    Ich habe den V60 Drip Decanter seit einer Woche (offline gekauft bei kaffeekommune eins in Mainz) und muss sagen, ein tolles Tool für Brühkaffee. Ich habe jetzt noch keinen Blindtest gegen den klassichen Melitta-Filter gemacht, aber bin jedenfalls sehr angetan.

  2. hmrf meint:

    Hach. Das mit dem “lange Durchlaufzeit macht bitter” ist doch irgendwie immer wieder gehört, aber doof. Las ich auch vorhin schon auf eurer Facebook Seite.
    Aber dann macht man (meist) irgendwas falsch. Man kann mit einer Karlsbader Kanne, oder einer French Press auch lange zubereiteten Kaffee machen, der nicht bitter, sondern grandios ist, vorausgesetzt, man mahlt richtig, und hier dann eben gröber, lässt gleichmäßig extrahieren, und sorgt dafür, dass das ganze nicht zu kalt wird. Genauso kann man schneller, feiner gemahleneren Kaffee ordentlich extrahieren, bis hin zur Aeropress (und natürlich Espresso, aber das ist zwar prinzipiell ähnlich, aber nochmal ganz anders ;) ; unter leichtem Druck und noch flinker. Man muss schlicht und ergreifend alle relevanten Parameter beachten (Mahlgrad, Verhältnis Wassermenge zu Kaffeemehl, Bewegung des Ganzen, gleichmäßige Extraktion des gesamten Kaffeemehls, möglichst gleichbleibende, optimale Temperatur, Druck und Dauer) und an die Methode und die jeweils anderen Parameter anpassen.
    Es ist ungemein hilfreich, ein Refraktometer hierfür zur Hand zu haben, um Stärke und Extraktionsrate zu verstehen und nachvollziehen zu können. Dann bekommt man mit nahezu jeder Methode schnell sehr, sehr guten Kaffee zubereitet, der sich dann wirklich nur in den Eigenheiten der Zubereitung unterscheidet (z.Bsp. sehr “klarer, körperarmer” Kaffee bei dicken Chemexfiltern, köprerreicherer Kaffee bei French Press usw.) und aufgrund dieser Unterschiede seinen Liebling aussuchen.
    Natürlich gibt es Extreme, was die Zeit angeht, aber das gilt genauso bei Temperatur und den anderen Parametern, es gibt grobe Bereiche, in denen man sich bewegen sollte, und experimentieren kann. Aber selbst da gibt es Sonderfälle, zum Beispiel bei kalter Extraktion, die dann über mehrere Stunden geht, und wieder anderen, aber sehr guten Kaffee bereiten kann ;)
    Alle Zubereitungsmethoden haben irgenwo ihre Eigenheiten, und teils auch Schwierigkeiten, die man dann eben “methodenspezifisch” umgehen muss – der Karlsbader Filter zum Beispiel ist unten gerade und recht eng, was hilfreich ist, wenn man die “Trichterbildung” beim Ablaufen vermeiden möchte, das ist bei den anderen Filtern wieder nicht so, Clever Dripper hilft beim exakten Timen, was man bei anderen dann wieder übers Gießen regeln muss, und.. ich könnte ewig noch viel mehr schreiben, aber ich schweife ab ;)
    (oh, und man muss natürlich je nachdem exakt arbeiten, mittels Waage und ähnlichem)

    (hochwertigen, frisch gerösteten, und direkt zuvor gemahlenen Kaffee setze ich jetzt einfach mal für alles obige voraus :)

    Langer Beitrag, aber das musste ich einmal gesagt haben, weil ich sowas ständig lese, ich hoffe, man sieht’s mir nach :)

    • annika meint:

      Hallo hmrf,

      vielen Dank für Deinen Beitrag! Natürlich hast Du recht. Doch Deinen Zeilen kann man entnehmen, dass Du ein echter Kaffeeexperte bist, und das sind unsere Kunden nicht alle. Darum versuchen wir, hier im Blog so zu schreiben, dass auch ein Einsteiger einen Überblick bekommt. Wir haben festgestellt, dass der Kaffee im Drip Decanter im Vergleich zu anderen Kaffeefiltern schneller durchläuft. Und ganz generalistisch gesprochen ist es tatsächlich im Allgemeinen so, dass ein Kaffee umso bitterer wird, je länger er extrahiert.
      Aber trotzdem vielen Dank, dass Du es nochmal etwas vertieft hast – für die, die ein bisschen tiefer in die Materie einsteigen wollen :)

      Grüße
      Annika

      • hmrf meint:

        Hallo Annika,

        Deine Worte ehren mich! ;)

        Sicherlich mag es für viele Kunden so am Sinnvollsten sein, was aber auch irgendwie schade ist – würde doch allein eine ordentliche Kaffeemühle und etwas Experimentierwille schon viel ermöglichen (und verbessern), aber selbst das schreckt schon so manchen ab.
        Aber klar, nicht jeder weiß, kann, oder will, oder was auch immer. Davon ab scheint sich ja tatsächlich laaangsam etwas zu tun, was die Wahrnehmung von und Erwartung Kaffee gegenüber angeht, von daher kann’s nur besser werden ;)

        Passend dazu seid Ihr dafür natürlich ein gutes Beispiel. Hier sei dann auch nochmal betont, dass ich natürlich auch nicht den Blog an sich damit “angreifen” wollte (kam aber auch nicht so an, denke ich), den mag ich nämlich – sonst hätte ich hier ja auch nicht herumgelesen. Und euren Kaffee auch :) (den ehemaligen Black Velvet zum Beispiel, oder den – leider auch ehemaligen – Espresso Starboard)

        Also: Weiter so! :)

        • annika meint:

          Super, das freut uns! Und wir arbeiten natürlich nach Kräften daran, dass in Deutschland mehr frisch gemahlener, von Hand aufgebrühter Kaffee getrunken wird :)

  3. Seppl meint:

    Als passionierter Filterkaffeetrinker ist man häufig belächelt worden, frisch gemahlen ist nichts gegen den Kaffee zu sagen. Seit kurzem nutze ich eine “Wigomat”, die meine Eltern 1959 zur Hochzeit geschenkt bekommen hatten. Sie war damals die erste Filterkaffeemaschine, und sie konnte damit nichts anfangen und motteten das gute Stück erstmal ein, um es nach einigen Jahren gänzlich zu vergessen! Ein Blick auf die nettgemachte Website wigomat.de loht sich, da dort ein Überblick über die verschiedenen Modelle geboten wird. Ach ja ich habe noch eine alte Braun KF 20, leider ohne Kanne.

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